Zusatzuntersuchungen in der Schwangerschaft
Sehr geehrte werdende Eltern,
Sie wünschen die größtmögliche Sicherheit für Ihre Schwangerschaft und die Gesundheit Ihres Kindes. Um dies möglich zu machen, bieten wir Ihnen über die reguläre Mutterschaftsvorsorge hinaus verschiedene vorgeburtliche Untersuchungen an. Diese möchten wir Ihnen hier vorstellen. Bitte, überlegen Sie in Ruhe, welche Zusatzleistungen Sie in Ihrem persönlichen Fall wünschen. Wir beraten Sie gern.
- Ultraschalluntersuchungen
- Blutzuckerbelastungstest
- Toxoplasmosetest
- Down-Syndrom-Screening
- Streptokokken- & Gonokokkentest
Ultraschalluntersuchungen
über die drei vorgesehen Untersuchungen hinaus bieten wir Ihnen gern jederzeit zusätzliche Ultraschalluntersuchungen an. Da wir uns dafür Zeit nehmen möchten, bitten wir um rechtzeitige Terminabsprache. Ihre Familie darf gern dabei zuschauen.
Sinnvoll ist eine frühe orientierende Organdiagnostik des Kindes in der 15.-16. Schwangerschaftswoche. Darüber hinaus bieten sich Ultraschalluntersuchungen in der 25. Und 35.SSW an, da das Kind zwischenzeitlich große Fortschritte in der Entwicklung macht.
Eine spezielle Ultraschalluntersuchung ist die Doppler-Untersuchung oder Flowmessung. Hiermit können Sie die Blutversorgung des Kindes überprüfen lassen So kann festgestellt werden, ob der Mutterkuchen ausreichend Nahrung bereitstellt. Diese Untersuchung ist ab der 25.-30. SSW empfehlenswert.
Ein HIghlight ist der 4D-Ultraschall in der 25.-30.SSW. Hier sehen Sie meist schon ganz genau, wie Ihr Baby aussehen wird. Das gleichzeitig in Echtzeit aufgenommene Video können Sie direkt mit nach Hause nehmen und immer wieder anschauen....
Blutzuckerbelastungstest
In der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko, an einer Zucker-Stoffwechselstörung zu erkranken ("Schwangerschaftsdiabetes"). Das kann Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes im Mutterleib haben.
Der Glucose-Toleranztest besteht darin, dass man auf nüchternen Magen eine standardisierte Traubenzuckerlösung trinkt. Zuvor, sowie eine bzw. zwei Stunden danach wird der Blutzucker- spiegel kontrolliert. Die Durchführung dieser Untersuchung wird zwischen der 20. und der 28. Schwangerschaftswoche empfohlen. Auf diese Weise wird ein bestehendes Risiko für die Ent- wicklung des Kindes im Mutterleib frühzeitig erkannt und kann rechtzeitig behandelt werden.
Toxoplasmosetest
Toxoplasmose wird unter anderem durch Katzen und rohes Fleisch (z.B. Mett, Salami, roher Schinken) übertragen.
Eine Infektion während der Schwangerschaft kann vor allem im kindlichen Gehirn schwere Schädigungen hervorrufen. Bei frühzeitigem Erkennen lässt sich dies durch eine unkomplizierte Behandlung verhindern. Die Durchführung entsprechender Tests wird in Abständen von ca. 10 Wochen empfohlen
Down-Syndrom-Screening
Es gibt Möglichkeiten, das individuelle Risiko eines ungeborenen Kindes für ein Down-Syndrom (Trisomie 21, Mongolismus) und ähnliche Störungen der Erbanlagen abzuschätzen.
Beim Ersttrimester-Screening zwischen der 12. Schwangerschaftswoche und dem Ende der 14. SSW kann man zur Nackenfaltenmessung im Ultraschall mütterliche Blutwerte (sog. PAPP-A und freies HCG) bestimmen. Die Berechnung des individuellen Risikos Ihres Kindes erfolgt mit Hilfe eines modernen Computer-Programms. Sie gilt derzeit als die beste und genaueste Vorhersagemethode und deckt bis zu 90% aller Trisomie 21-Fälle auf.
Das füher häufig durchgeführte Zweittrimester-Screening (AFP-Einzelbestimmung, Double-Test, Triple-Test) in der 15.-20.SSW besteht aus der Bestimmung von Blutwerten (HCG, AFP, östriol) der werdenden Mutter. Gilt heute als eher unzuverlässig.
Die alleinige AFP-Bestimmung gibt eher Hinweis auf einen mangelhaften Schluss des Rückens oder der Bauchdecke. Bei den erläuterten Untersuchungen handelt es sich um Suchtests, die eine Risikoabschätzung für relativ häufig vorkommende Störungen der Erbanlagen ermöglichen.
Sollten die durchgeführten Untersuchungen auffällige Befunde ergeben, ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung oder die Durchführung einer Fruchtwasserpunktion unter Ultraschallsicht (Amniozentese) zu empfehlen. Letztere liefert die sichersten Resultate hinsichtlich der genannten Krankheiten. Sie wird wegen des leicht erhöhte Risikos einer Fehlgeburt jedoch nicht als Screeningmethode durchgeführt, sondern nur im begründeten Einzelfall empfohlen.
Streptokokken- & Gonokokkentest
Kurz vor dem Entbindungstermin empfehlen wir dringend einen Abstrich auf Streptokokken B, da diese unbehandelt zu einer lebensgefährlichen Infektion beim Neugeborenen führen können. Zeitgleich ist die Durchführung eines Gonokokkentests sinnvoll. Ist er negativ, kann nach der Geburt auf die Credé-Augenprophylaxe beim Baby verzichtet werden.
Für weitere Fragen stehen mein Praxisteam und ich Ihnen gerne zur Verfügung.
